Der Diversitätsmythos: Multikulturalismus und politische Intoleranz auf dem Campus
Zwei Stanford-Studenten, bevor sie PayPal gründeten
1995 waren David Sacks und Peter Thiel Absolventen der Stanford University, die eine oppositionelle Campuszeitung, The Stanford Review, gegründet und ihre Studienjahre damit verbracht hatten, gegen die Universitätsverwaltung zu kämpfen. Dies ist das Buch, das aus diesem Kampf hervorging. Beide Autoren gründeten später PayPal und danach Palantir, Founders Fund, Yammer und Craft Ventures. Wenn man es jetzt liest, ist es zweierlei zugleich: ein Dokument der Campus-Kulturkriege an ihrem Ursprungspunkt und die früheste nachhaltige Darlegung einer Weltanschauung, die später viel Kapital bewegte.
Der Fall, den sie machen
Das Buch ist eine genaue Studie einer Institution in einem Jahrzehnt. Stanford ersetzte Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre seine Anforderung an westliche Kultur durch Kulturen, Ideen und Werte nach einer Kampagne, deren Slogan, der zusammen mit Jesse Jackson auf dem Campus skandiert wurde, lautete: „Hey hey, ho ho, Western Culture's got to go.“ Sacks und Thiel betrachten diesen Lehrplanstreit als die sichtbare Spitze von etwas Größerem und arbeiten von dort aus über Sprachregelungen, Disziplinarverfahren, Zulassungspolitik, Finanzierung identitätsbasierter Programme und den Umgang mit Vorwürfen sexueller Übergriffe.
Ihre These ist, dass der in Stanford etablierte Multikulturalismus nicht primär darauf abzielte, mehr Perspektiven einzubeziehen, sondern festzulegen, welche Perspektiven überhaupt geäußert werden durften, und dass eine als pluralistisch beworbene Doktrin in der Praxis eine engere Bandbreite zulässiger Meinungen hervorbrachte. Ein Großteil des Buches ist Reportage: genannte Fälle, zitierte Administratoren, reproduzierte Dokumente. Elizabeth Fox-Genovese, die Historikerin des amerikanischen Südens, steuert das Vorwort bei.
Warum es sich jetzt anders liest
Das Buch, das geschrieben wurde, bevor das Internet diese Argumente neu ordnete, beschreibt als lokalen Streit eine Reihe von Konflikten, die national und dann global werden sollten. Seine Spezifität ist der Punkt. So sah die Argumentation aus, als sie noch auf wenige Campusse beschränkt war und noch nicht das Vokabular erworben hatte, das jeder erkennt.
Taschenbuch-Nachdruck. Das Independent Institute. Vorwort von Elizabeth Fox-Genovese.
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