Die Krise der modernen Welt
René Guénon (1886–1951) war ein französischer Intellektueller, der den Westen zugunsten Kairos verließ, zum Islam konvertierte und den Rest seines Lebens damit verbrachte, eine der systematischsten Kritiken der Moderne zu verfassen, die je entstanden ist. Die Krise der modernen Welt, erstmals 1927 veröffentlicht, ist die schärfste und zugänglichste Darlegung seiner Position.
Guénon argumentiert, dass der moderne Westen sich von jeder traditionellen Zivilisation, die ihm vorausging, abgeschnitten hat. Wissenschaft ersetzte Metaphysik, Quantität ersetzte Qualität, und die Idee des Fortschritts ersetzte jedes kohärente Verständnis von zyklischer Zeit. Das Ergebnis ist eine Zivilisation, die materielle Akkumulation mit Fortschritt verwechselt und keine Mittel hat, ihren eigenen Niedergang zu erkennen.
Dies ist keine konservative Kritik im politischen Sinne. Guénon hatte kein Interesse daran, irgendeine bestimmte historische Ordnung wiederherzustellen. Sein Argument operiert auf einer tieferen Ebene: dass die Moderne selbst – ihre Erkenntnistheorie, ihre soziale Organisation, ihr Verständnis der menschlichen Person – einen Bruch mit den intellektuellen Prinzipien darstellt, die jede frühere Zivilisation, östliche wie westliche, aufrechterhielten.
Kurz, dicht und mit der Präzision eines Mathematikers geschrieben. Ein grundlegender Text der Traditionalistischen Schule.
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